Was hat sich nach dem Fall Mollath geändert?

Um es vorweg zu nehmen.   N i c h t s !

Der Fall Gustl Mollath hat die Öffentlichkeit in Deutschland nachhaltig aufgewühlt. Ein Justizirrtum, eine mafiöse Verschwörung von Justiz, Politik und Medizin um Schwarzgeldgeschäfte zu decken, ein Versagen des Rechtsstaats auf der ganzen Linie! Der Fall Mollath wird immer als komplex und schwierig dargestellt, aber im Rückblick erscheint alles einfach und klar: Das Vorgehen der Justiz gegen diesen Mann war von krimineller Energie getragen.

Dass Gustl Mollath ein Einzelfall wäre wurde immer wieder gebetsmühlenartig beteuert. Doch Mollath ist nach meinen Erfahrungen nicht mal die Spitze des Eisbergs. Hier in der forensischen Psychiatrie Haina des Vitos Konzern kommen ebenso wie im Rest der Republik 5 zu unrecht eingesperrte auf einen Gefährlichen. Auf der Grundlage psychiatrischer Gutachten werden jeden Tag irgendwo in Deutschland Menschen als allgemeingefährlich oder wahnhaft weggesperrt

Auf Grundlage des Gutachtens werden die Täter, die dann auch als Patienten gelten, nach Paragraf 63 Strafgesetzbuch (StGB) unbefristet in der forensischen Psychiatrie eingesperrt.

Überall wir behauptet nach Mollath hätte ein Umdenken in Justiz und Politik stattgefunden. Weit gefehlt. Die Fallzahlen und auch die durchschnittliche Dauer der Unterbringung in der Psychiatrie steigen seit Jahren. Wir reden hier von ca. 8.000 Patienten die im Moment nach Paragraf 63 StGB im Maßregelvollzug einsitzen. Die durchschnittliche Verweildauer stieg demnach von 6,2 Jahren 2008 auf knapp 8 Jahre im Jahr 2012.

Gehen wir davon aus, dass Norbert Nedopil sich, wenn schon nicht in psychiatrischen Dingen so doch in Statistik auskennt, so sind seinen Angaben zufolge 60 % aller Gefährlichkeitsprognosen in Gutachten falsch. Die fortdauernde Gefährlichkeit aber ist es die es ermöglicht Menschen in Deutschland ohne zeitliche Begrenzung „open End“ einzusperren und die verhindert dass diese Menschen wieder in Freiheit kommen.

Haina wäre von heute auf morgen ein verwaister, menschenleerer Ort, wenn hier „Gerechtigkeit“ herrschen würde! Gerechtigkeit war noch nie eine deutsche Tugend! Nicht zu Kaisers Zeiten, nicht während der Herrschaft der Nazis und schon gar nicht heute!

Eine ganze Industrie lebt vom Massregelvollzug. Pharma Pfleger, Ärzte, Richter, Rechtsanwälte alle machen sich auf Kosten der Forensik Patienten die Taschen voll. Dieser einflussreiche Personenkreis kann auf die unschuldigen Patienten in der Vitos GmbH keine Rücksicht nehmen. Wen kümmern schon die Rechte von ein paar weggesperrten Irren? Unsere Berufspolitiker jedenfalls nicht!

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11 Gedanken zu “Was hat sich nach dem Fall Mollath geändert?

  1. Wir brauchen mehr Fakten, damit solche Zustände wie in unserem Rechtsstaat endlich der Kampf angesagt wird. Wird sind leider einige wenige die da gegen ankämpfen. Zwar hat man mittlerweile die Möglichkeit, dass das Gericht es jederzeit prüfen kann, ob es eine Unterbringung erfolgt: § 67e StGB. Doch dies reicht nicht bei weitem!! Es muss monatlich erfolgen wie bei einem gewöhnlichen Aufenthalt in der gewöhnlichen geschlossenen Psychiatrie.
    Es hat noch nicht gebracht die Verbesserung, zwar werden weniger eingewiesen, aber wenn der Psychiater einer ist, der gerne Leute einfahren lässt, dann hat jeder schlechte Karten.

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  2. Auch in der gesamten Willkürjustiz hat sich gar nichts geändert. Wer etwas gegen die Grund- und Menschenrechtsverletzungen sagt wird immer noch verfolgt gerade als Bürger. Da hat es auch mal einen Anwalt erwischt:
    https://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/10/17/meine-tglichen-straftaten

    Es ist eine Straftat etwas gegen Grund- und Menschenrechtsverletzungen in der Justiz zu sagen!! Und je mehr man selbst Opfer dieser Schweinereien ist um so weniger darf man dagegen sagen und um so mehr muss zwanghaft und wahnhaft gegen den Geschädigten vorgegangen werden.

    „Die Illusion der Ehrenschutzes in der OMF-„brd“ muss längst selbst von dem Dümmsten durchschaut sein. Dass bewusste ehrverletzende Lügen unter dem besonderen Schutz der OMF-„brd“ stehen, wurde bereits ausführlich in der Verleumdungs-Fallstudie bewiesen, und das intitut voigts hat erst kürzlich wieder auf den Irrsinn des angeblichen „Ehrenschutzes“ bei „Beleidigung“ hingewiesen. Trotz der unmöglich zu bestreitenden Sachlage, dass der vermeintliche „Ehrenschutz“ schon bei den Nazis und erst recht jetzt in der OMF-„brd“ im wesentlichen Täterschutz war resp. ist, besonders für Mitglieder der Justizmafia, wird gelegentlich noch immer von Privatpersonen auf „Unterlassung“ von „ehrverletzenden Äußerungen“ geklagt.“ http://www.kirchenlehre.com/plantik4.htm

    Wer das oder irgendetwas anderes in der Justiz für ungerecht hält für den hat die Kollegialpsychiatrie zusätzlich noch extra etwas zu bieten:

    Geistige Krankheit des Proleten: Richterin B. 02.11.2015 (LG-Coburg 3cs123js1067312): “Der Sachverständige B. gelangte unter Zugrundelegung der daraus gewonnenen Erkenntnisse aus psychiatrisch-psychologischer Sicht zu dem Ergebnis, dass beim Angeklagten jedenfalls eine forensisch relevante wahnhafte Störung vorliegt. Diese ergebe sich daraus, dass der Angeklagte in der Vergangenheit in einer Vielzahl von Schreiben an bundesdeutsche Justizbehörden zum Ausdruck gebracht hat, dass er Justizbehörden allgemein für weitgehend korrupt hält und sich von ihnen ungerecht behandelt fühlt.”

    In dem markiertem Beitrag habe ich einen kleinen Teil der gefühlten ungerechten Behandlung dargelegt und zB. die Reisekosten sind bis heute nach 2 Jahren und 8 Monaten immer noch nicht erstattet worden und die Staatsjuristen wehren sich dagegen in einem hochelitärem querulantorischen Rechtsverweigerungswahn mit Amtseid obwohl der Deutsche Bundestag diesen schon erklärt hat, dass der Anspruch besteht. Gleiche Methoden werden natürlich auch angewendet, wenn man inhaftiert ist oder im Massregelvollzug sitzt:

    Unschuldig verurteilt mit unfassbarer Wirklichkeit bei Gerichten, die in Romanen überzogen wäre, Psychologe Prof. Steller klagt Justiz an, zeit-online, 19.11.2015
    Als Wahnsinnig abgestempelt Gutachter bei Gericht zum Mundtot machen, SWR, Report-Mainz, 07.06.2016
    Jura-Professor wirft Göttinger Landgericht richterliche Willkür vor, Richter sind nicht in der Lage Fehler zu korrigieren, Psychologigsche Gutachten zum Mundtod machen, Finanznachrichten, 29.11.2015
    Fall Maquardt: Forensiker Mark Benecke fordert Glaubhaftigkeitsgutachten, Justiz geht über Leichen um keine Fehler zugeben zu müssen?

    Das kann er gemütlich auf die Ziviljustiz ausdehnen:
    Oder wie Norbert Blüm das in sein em kritischen Buch ausdrückt: „Mein Verhältnis zur Justiz war ehrf urchtsvoll wie das eines Gläubigen zu Gott. “ Es ist das blinde Vertrauen derer, die die Strafjustiz nicht kennen.
    http://www.strafverteidigerbuero.de/Ich_habe_den_Glauben_an_die_Justiz_verloren_-_aktuell.pdf

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  3. Strafverteidiger Rolf Bossi zeigt in seinem Buch „Halbgötter in
    Schwarz“ auf, wie sich die deutsche Justiz ihr Recht zurechtbeugt.
    Er wirft die Frage auf: Leben wir tatsächlich in einem demokratischen
    Rechtsstaat?
    Nach über 50 Jahren als Strafverteidiger rechnet Rolf Bossi ab: Etwas
    ist faul im Rechtsstaat Deutschland. Falsche Darstellungen von
    Zeugenaussagen, Indizien oder gutachterlichen Ausführungen
    durch die Richter sind ebenso verbreitet wie abenteuerliche Wege
    der Urteilsfindung. Die Folge sind skandalöse Fehlurteile und
    Justizopfer, die den Mühlen der Justiz wehrlos ausgeliefert sind, die noch heute von dem
    Rechtsverständnis der Nazi-Zeit geprägt ist.
    Rolf Bossi zeigt, wie durch Selbstherrlichkeit, Willkür und Inkompetenz die unabhängige
    Urteilsfindung ad absurdum geführt wird. Ein engagiertes Plädoyer für die Kontrolle eines Systems,
    in dem die Allmacht der Richter zur Quelle gravierender Justizirrtümer wird!
    Leben wir tatsächlich in einem demokratischen Rechtsstaat? Rolf Bossi zeigt anhand seiner
    spektakulärsten Fälle, wie sich die deutsche Justiz ihr Recht zurechtbeugt.
    Rolf Bossi kämpft seit vielen Jahren als Anwalt gegen die vom Justizsystem begünstigteSelbstherrlichkeit und Willkür deutscher Richter. Anhand verschiedener Fehlurteile, die durch
    Rechtsbeugung und Kumpanei zustande kamen, zeigt er, welche Maßnahmen ergriffen werden
    müssen, damit die Macht deutscher Richter und die Ohnmacht ihrer Opfer gebrochen werden
    können.
    http://www.tadema.de/erbrecht/justiz.pdf

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  4. Der MRV-Alptraum in
    Hessen geht weiter !
    Tatort ist in diesem Fall die Vitos-Klinik Riedstadt. Dort sitzen 18 Patienten, deren Haftstrafen addiert eine Gesamthaftdauer von ca. 130 Jahren ergeben. Addieren wir die Zeiträume, die die Patienten dort schon untergebracht sind, kommen wir auf eine „Verweildauer“ von ca. 340 Jahren. Ja, Sie haben richtig gelesen, 340 Jahre. Das ist im Durchschnitt ein Faktor von mehr als 2,6 zu den in den Urteilen ergangenen Haftstrafen. Wohlgemerkt, es ist nur der Durchschnitt von Allen. In Ein-zelfällen kommen auch Faktoren von 5,0 und höher bei der Berechnung heraus. Zur Verdeutlichung, ein Straftäter, der zu einer 5 jährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, sitzt im Mittel unter Anwendung des Faktors 2,6 bereits seit 13 Jahren dort ein. Mit jedem Tag, der vergeht, erhöht sich der Faktor und kein Ende ist in Sicht. Doch dazu später mehr.
    Da wir gerade bei der Mathematik sind, sollten wir auch gleich mal die Kosten berechnen. Der Haftplatz eines Straf-gefangenen kostet den Steuerzahler ca. 120 €/Tag. Der Platz eines im Maßregelvollzug (MRV) untergebrachten Patienten kostet ca. 400 €/Tag (Ausgabe 1|2016, S. 36). Das sind die Zahlen im Kleinen, die wir jetzt auf die 18 Patienten in der VITOS-Klinik Riedstadt anwenden wollen.
    Berechnung zur „Verweildauer“
    340 Jahre (18 Pat.) x 365 Tage = 124.100 Tage x 400 €/Tag =
    49.640.000,00 €
    Berechnung zur Gesamthaftdauer
    130 Jahre (18 Pat.) x 365 Tage = 47.450 Tage x 120 €/Tag =
    5.694.000,00 €
    Und ? Natürlich ist es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, aufgefallen. Die kleine unerhebliche Differenz von schmalen
    fast – 44.000.000,00 € – in Worten – vierundvierzigmillionen, spielen für den hessischen Haushalt nur eine untergeordnete Rolle. Ansonsten würde sich ja mal jemand dafür interessieren wie und mit welchem Erfolg die Mittel eingesetzt werden. Das ist ein um mehr als 8,7-facher Faktor der eingesetzten Mittel für Strafgefangene. Eine Gelddruckmaschine ! Und dabei reden wir hier nur von einer VITOS-Klinik, die sich auf Kosten des Steuerzahlers und dem Schicksal der leidtragenden Patienten die Tasche vollhaut.
    Zur Vorbeugung gegen die gängigen polemischen Abwehr-argumente, wie „Die sind doch selber Schuld“ oder „Was ist mit den Opfern ?“, die in der Regel für Strafgefangene von kleingeistigen Leuten, die zu faul sind die Ursachen zu hinterfragen, angeführt werden, lasst euch gesagt sein: Nein, wir vergessen die Opfer nicht. Doch neue Opfer zu produzieren ist auch keine Lösung. Darüber hinaus reden wir hier von Straftätern, die durch ein Gericht für krank erklärt worden sind. Genau an dieser Stelle sollte die Fragestellung ansetzen: Möchten Sie als kranker Mensch in ihren Grund-rechten durch Maßnahmen wie Zwangsmedikation, Kontakt-sperre, o. Ä. eingeschränkt werden ? Wohl eher nicht, doch genau das ist die gängige Praxis.
    Lassen Sie uns etwas genauer hinschauen, denn die Misere beginnt bereits bei den Gutachten für die Gerichte. Dabei fällt uns der spektakuläre Fall „Mollath“ und die Aussage ein, dass 50 – 60 % aller Gutachten falsch sind. So ein falsches Gutachten hat den Mann, abgesehen vom finanziellen Schaden, 7 Jahre seiner Lebenszeit gekostet und kaum nachvollziehbares Leid zugefügt. Die Gutachten sind die Basis der Einweisung, auf die die späteren Behandlungen aufbauen. Glücklich darf sich max. jeder Zweite schätzen, dass sein Gutachten u. U. die richtige Diagnose enthält. Die anderen haben die Arschkarte gezogen und kommen strafverschärfend dann noch in eine Klinik, wie z. B. Vitos-Klinik Riedstadt. in der, wie aus Fachkreisen bekannt wurde, nicht nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen
    Amigo-Affäre Teil 3 | Vito Lestingi
    Strafvollzug
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    Von Vito Lestingi
    Wir haben gedacht, dass eine Steigerung der Reaktionen aus dem hess. Maßregel-vollzug (MRV) kaum noch möglich ist. Dach weit gefehlt. Uns haben Patientenbriefe aus der VITOS-Klinik Riedstadt erreicht, die die Missstände in der dortigen und den anderen VITOS-Kliniken massiv untermauern. Zusätzlich wird unsere Theorie über das Einnahmesicherungssystem der VITOS GmbH auf menschenverachtende und niederträchtige Art und Weise bestätigt. Die Kuriosität in der Angelegenheit, die zuständigen Strafvollstreckungskammern spielen in dem System munter mit.
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    d e r l i c h t b l i c k 3 |2016
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    behandelt wird. Ganz im Gegenteil.
    Menschen, die wegen einer psychischen Problematik schon einmal in der Psychiatrie gewesen sind, leiden unter ihrer Stigmatisierung. Sie leiden unter dem Vorurteil vom gefährlichen, unberechenbaren psychisch Kranken, der nicht weiß was er tut und sagt, der nicht mehr Herr seiner Sinne, Gefühle und Gedanken ist. Die Diskriminierung begegnet ihnen überall, ist eine psychiatrische Diagnose erst einmal in die Welt gesetzt. Im Gesundheitsbericht des Bundes vom Mai 2010 steht: Vorurteile wie die Gleichsetzung von Schizophrenie mit Gefährlichkeit und Unberechenbarkeit halten sich zudem hartnäckig, werden durch undifferenzierte Medienberichte geschürt und tragen zu einer negativen Haltung bei. Vorurteile grenzen Menschen aus, bis hin zu ihrer Vereinsamung.
    Immer wieder gibt es großangelegte Untersuchungen zur Kriminalität psychisch kranker Menschen, die letzte und bisher weltweit größte, durchgeführt im Jahr 2009 vom Karolinska Institut in Schweden, bestätigt, was seit Jahr und Tag in den psychiatrischen Lehrbüchern steht. Psychisch kranke Menschen sind nicht gefährlicher als die Normalbevölkerung. Einen erhöhten Kriminalitätsfaktor stellt allein der Drogenmissbrauch dar, bei Gesunden aber ebenso wie bei Kranken.
    Und was schreibt nun der seit über 30 Jahren tätige hessische Forensik-Guru Dr. M.-I. in seine Gutachten ? Er schreibt: Verschiedene Studien konnten zeigen, dass psychisch kranke Personen nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus häufiger Straftaten begehen als Gesunde, die psychische Erkrankung also per se ein Risiko darstellt. …Schizophrenie ist ein auf breiter und robuster empirischer Basis etablierter Risikofaktor für Kriminalität. … Am deutlichsten erhöht ist das Risiko, ein Tötungsdelikt zu begehen. … Es lässt sich also zusammenfassen, dass das Vorliegen einer Schizophrenie das Risiko, Straftaten zu begehen, erhöht und dies umso mehr, je gewaltsamer die Delinquenz ist. Außerdem seien schizophrene Menschen antisozial, also herzlos, verantwortungslos und parasitär, und sie seien dumm; ebenso wie ihre Familien, denn antisoziales Verhalten sei erblich, auch die Verwandten von Schizophrenen seien krimineller als die Normalbevölkerung: Die erhöhten Kriminalitätsraten, das stabile antisoziale Verhalten bei Verwandten von Personen mit Schizophrenie … stützen die Hypothese, dass die mit Schizophrenie zusammenhängenden genetischen Faktoren auch eine erhöhte Anfälligkeit für antisoziales Verhalten übertragen. … Menschen, die an einer Schizophrenie erkranken, sind durch … niedrigere IQ-Werte gekennzeichnet.
    Zum Schutz der Bevölkerung fordert Dr. M.-I. daher eine Gesetzesänderung zur Behandlung psychisch Kranker schon in der Allgemeinpsychiatrie, wenn sie noch nicht straffällig geworden sind: Prävention von Straftaten heißt allerdings regelhaft, dass diese Patienten im Vorfeld, während sie noch in der Zuständigkeit der Allgemein- und Gemeindepsychiatrie sind, eine intensive, auch kriminal-präventive Behandlung erfahren müssen. …
    Amigo-Affäre Teil 3 | Vito Lestingi
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    Allerdings wird es erweiterter rechtlicher Möglichkeiten bedürfen, behandlungsuneinsichtige Schizophrene mit hohem Gewalttäterrisiko ambulanten Zwangsmaßnahmen zuzuführen.
    Die Untersuchungen, auf die sich Dr. M.-I. beruft, wurden vornehmlich von Frau Prof. H. durchgeführt. Mit ihr zusammen hat er Artikel zur Gefährlichkeit psychisch kranker Menschen veröffentlicht und er wohnt mit ihr im gleichen Haus. Nun kann Frau Prof. H. forschen, wozu immer sie will und Geldgeber findet, die Forschung ist nach Artikel 5 Absatz 3 Grundgesetz frei.
    So hat kürzlich eine britische Studie erforscht, dass Menschen, die auf der linken Seite des Bettes schlafen glücklicher aufwachen, mehr Freunde haben und ihre Arbeit mehr mögen als Rechtsschläfer. Der Auftraggeber war ein Bettenhersteller. Deshalb kann es aber im MRV nicht zur Bewährungsauflage werden, des nachts auf der linken Seite des Bettes schlafen zu müssen, weil von zufriedeneren Men-schen weniger Aggressionen ausgehen. Der MRV ist an den derzeit gültigen wissenschaftlichen Standard gebunden und der wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert. In die von ihr zusammengestellten Kriterien zur Diagnose einer Schizophrenie sind wieder und wieder geprüfte Untersuchungen eingegangen. Weder antisoziales Verhalten, noch Minderbegabung, noch eine erhöhte Gewalt-bereitschaft sind von der WHO definierte Kriterien einer Schizophrenie.
    Nun stellt sich die Frage, wie ein Gutachter, der einem Vorurteil so leidenschaftlich anhängt, dass er sogar gesell-schaftspolitische Konsequenzen einfordert, wie ein solcher Gutachter objektiv begutachten soll ?
    Ein Merkmal der Objektivität ist doch gerade die Vorurteilsfreiheit. Es stellt sich die Frage, wie Menschen behandelt werden, die man per se für gefährlich, minderbe-gabt und asozial hält ? Wie gehen Richter mit Gutachten um, in denen dieses Vorurteil verbreitet wird ?
    Der seit über 30 Jahren mit dem MRV befasste Vorsitzende Richter einer hessischen Strafvollstreckungskammer Dr. W. ist im Deutschen Bundestag zur Reform des Gesetzes über die Führungsaufsicht angehört worden. Im Protokoll ist seine Aussage nachzulesen: Wer als Therapeut kommt und meint, er wäre nur der Heiler und nur der Arzt, der hat in dem Job nichts verloren. Das ist klare Überwachung. Bei den 63iger-Leuten hantieren wir mit Sprengstoff. Auf einer Fachtagung zum MRV im Saarland verweist er wieder und wieder auf die forensische Klinik des Dr. M.-I.. Der MRV sei wissenschaftlicher geworden, man müsse sich auf der Internetseite der Klinik einmal die Zahl der Publikationen anschauen, das würde einen schier erschlagen. Der MRV sei internationaler geworden. Zusammen mit Dr. M.-I. ist er auf Tagungen gewesen, z.B. in Vancouver oder Stockholm. Der MRV sei weniger invasiv (eindringend). Er denkt mit Schrecken an die Zeiten, in denen Patienten: … ich sag mal flapsig, mit Haldol vollgeknallt waren und mit all diesen schrecklichen Nebenwirkungen vor einem
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    saßen. Sicherer sei der MRV geworden. In der Klinik habe man eine Rückholquote von Patienten aus der Bewährung von 17 %, aber von denen hat praktisch keiner eine Straftat begangen, wenn wir ihn zurückholen, sondern wir erwischen ihn sozusagen rechtzeitig durch eine Ambulanz. Zur Professionalisierung im MRV sagt der Richter: Ich habe das Glück, dass ich mit der Klinik … zusammenarbeiten darf, und da ist die Professionalisierung sicher sehr hoch. Sie ist so hoch, dass der Richter aus Gutachten der Klinik gar nicht mehr zitiert oder abschreibt, sondern sie direkt in seine Beschlüsse hinein kopiert.
    Dr. M.-I. und Dr. W. haben 25 Jahre lang den MRV in Hessen geprägt. 2001 ist eine Klinik in Eltville dazu gekommen, 2011 in Riedstadt. Alle Entlassenen werden von sieben im Land verteilten Ambulanzen überwacht. Die Bevölkerung in Hessen ist gut geschützt vor den gefährlichen und unberechenbaren Schizophrenen. In ein selbstbestimmtes Leben kommt kaum einer zurück.
    Das sind Thesen, Haltungen und Vorurteile, die jeden verfassungstreuen Bürger unweigerlich zu Vergleichen mit Menschenrechtsverletzungen und Grausamkeiten, aus der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte anregen. Frei nach dem Motto: „Der Kranke ist vogelfrei und minderwertig“.
    Was dem Fass aber den Boden ausschlägt, ist die Perfek-tion, mit der dieses perfide System aufgebaut und nur schwer angreifbar gemacht wurde. Einen Richter haben wir bereits erwähnt, doch der ist kein Einzelfall. Denn auch in den anderen Strafvollstreckungskammern sitzen Richter, die in Ihren Urteilen gegenüber MRV-Patienten jegliche Klagen gegen die VITOS-Kliniken oder deren Personal abbügeln. Im Zusammenhang damit, ist ein kleines Puzzelteil von größter Bedeutung, der HCR-20 (Historical-Clinical-Risk).
    Ein Test der ausschließlich zur Vorhersage von Gewalt-delikten entwickelt wurde und zwar ausschließlich für den Personenkreis psychisch kranker Menschen. Ist die psychiatrische Diagnose falsch, was häufig der Fall ist, ist der HCR-20 nicht mehr anwendbar. Der HCR-20 ist als Checkliste ohne Cut-off-Wert konzipiert worden, das heißt, es gibt keinen Punktwert ab dem eine hohe Gefährlichkeit des Untersuchten prognostiziert werden kann. In all seiner Herrlichkeit fügt der Forensik-Guru aber einen Solchen ein und legt damit fest, wer raus darf und wer nicht. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass die VITOS-Haina, über ihr „Institut für forensische Psychatrie e.V.“ mit dem Vertrieb des HCR-20 und dazugehörenden Schulungen richtig Kohle verdient.
    Aus Fachkreisen haben wird erfahren, dass der HCR-20 auch zur Vorhersage von Brandstiftungen angewandt wird, obwohl Dr. M.-I. in seiner eigenen Untersuchung an Untergebrachten feststellt: Brandstiftungen werden nicht vorhergesagt ! Selbstverständlich können Brandstiftungen mit einem Prognoseinstrument für offene Gewalt nicht vorhergesagt werden, denn diesem Delikt liegen in der Regel andere Motive und Ursachen zu Grunde.
    Da könnte man ja ebenso den Wert von Diamanten in Litern messen. An dieser Stelle erstmal genug zum HCR-20. Wir werden in einer unserer nächsten Ausgaben versuchen eine Fachfrau oder Fachmann zu einem Interview über das Thema einzuladen.
    Wie eingangs bereits erwähnt, glaubten wir nicht, dass eine Steigerung noch möglich sei. Doch kurz vor Redak-tionsschluss erreichten uns weitere Mitteilungen, die wir in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit, nicht mehr ausreichend verifizieren oder recherchieren konnten. Unter den Zuschriften ein absoluter Skandal über einen jungen Mann, der in jahrelanger Kleinarbeit von den üblichen Beteiligten, vom Täter zum dauergeschädigten Psycho-Opfer gemacht wurde. Wir werden versuchen mehr über sein Schicksal und aktuellen Lebensumstände zu erfahren.
    Wer jetzt glaubt, dass es nur im MRV in Hessen so zugeht, liegt völlig falsch. Auch aus anderen Bundesländern haben uns ähnliche Berichte erreicht. Nur in Hessen scheint uns die Häufung solcher Fälle besonders hoch zu sein. Wir vermuten, dass das mit dem Umstand zusammenhängen könnte, dass die hoheitliche Fürsorge- und Behandlungspflicht ins scheinbar freie Ermessen der auf Gewinnmaximierung orientierten VITOS GmbH und ihrer Erfüllungsgehilfen (VITOS …..gGmbHs) gestellt wurde. Ein unhaltbarer Zustand ! ■

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  5. Das eigentliche Übel sind die vielen rechtslastig angehauchten Pfleger, die es nur zu gerne sehen würden wenn Müller Isberner gegen Eusterschulte ausgetauscht würde. Anzeigen gegen diese Verbrecher gegen die Menschlichkeit werden von der Justitz abgeschmettert. Ohne sie würde das System Massregelvollzug nicht funktionieren.

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