Die lange Tradition der VITOS

Nach einer erhalten gebliebenen internen T4-Statistik wurden in der Tötungsanstalt Hadamar in nur acht Monaten zwischen dem 13. Januar 1941 und dem 1. September 1941 insgesamt 10.072 Menschen[1] durch das Gas Kohlenmonoxid ermordet, in der Sprache ihrer Mörder: desinfiziert. Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen wurde im Sommer 1941 die Verbrennung des 10.000sten Patienten gefeiert, bei der sämtliche Angestellte eine Flasche Bier erhielten.

Die VITOS Klinik für forensische Psychiatrie stellt sich vordergründig gerne und plakativ Ihrer Verantwortung. Doch wie wurden die Hinterbliebenen der Ermordeten vom Landeswohlfahrtsverband entschädigt?

Angehörige von Opfern der »Euthanasie«-Morde und Zwangssterilisierte grenzte die bundesdeutsche Entschädigungspolitik bewusst aus. Das Bundesentschädigungsgesetz von 1953 erkannte ihr Leid nicht als Folge »typischen NS-Unrechts« an. Auch das »Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses« bestand in Teilen der Bundesrepublik formal bis 1974 fort.

Wenn der Landeswohlfahrtsverband als verantwortliche Institution keine Entschädigung für begangenes unsagbares Unrecht und den Mord an unschuldigen Menschen gezahlt hat, hat er auch kein Recht die vermeintliche Trauer derart zur Schau zu stellen und dadurch die Hinterbliebenen der Opfer durch diese theatralischen und politisch motivierten Aktionen auch noch zu verhöhnen.

Wie geht die Vitos eigentlich heute mit den Ihr anvertrauten Menschen um?

Eigentlich müssten die Initiative zur Entlassung von der VITOS Einrichtung kommen – dies geschiet nie!

Die Initiative kommt immer vom Gericht.

Dabei ist ihre Rückfallquote viel geringer als die von Ex-Häftlingen. Von über 700 Insassen entließ die VITOS gerade einmal 12 „aus Gründen der Verhältnismäßigkeit“ Wenn die richterliche Aufforderung zur Entlassung kommt schmeißt man aber auch schon mal Patienten einfach raus. Sie müssen dann in einem Obdachlosenheim unterkommen. Dann interessiert die Vitos deren weiteres Schicksal einen Dreck!

Dabei wissen wir, dass im hessischen Massregelvollzug allein unter der Ägide von Rüdiger Müller Isberner tausende von Patienten massiv geschädigt, gefoltert und gar umgebracht worden sind.

»Für eine Zwangsbehandlung wird, wenn nötig, das ›Aufgebot‹ herbeigerufen: Bis zu acht zu körperlicher Gewalt bereite Pfleger stehen einem oder einer einzelnen wehrlosen Betroffenen gegenüber. …Folter und sexuellem Missbrauch sind dies traumatisierende Konfrontationen. Die Grunderfahrung dieser Traumatisierungen ist für die Betroffenen das radikale Macht-/Ohnmachtgefälle. Die traumatisierende Situation hat eine umfassende Infantilisierung des Opfers zur Folge, elementare Kindheitsängste werden wiederbelebt. Was hier stattfindet, wird als erzwungene Regression bezeichnet…. In diesem Moment besteht für die Betroffenen die Gefahr, in einen Zustand der totalen Verwirrung zu fallen. Das Trauma löst das Gefühl der existenziellen Hilflosigkeit aus. Wenn der letzte Widerstand des Opfers gebrochen ist, wird es gleichsam zum Objekt, mit dem der Täter nach Belieben verfahren kann.« (Rufer 2007, 404f.

Quelle: http://www.psychiatrie-beschwerde.de/fileadmin/user_upload/MAIN-dateien/Beschwerdestelle_Psychiatrie/Patientenrechte_Gesetzestexte-Patientenrechte/lehmann-sonderdruck.pdf

Dr. Martin Zinkler zeichnet auch vor dem Bundesverfassungsgericht das Wunschbild einer gewaltfreien Psychiatrie. In der Vitos Forensik ist die Gewalt allgegenwärtig. Gewaltbereite Pfleger wie der hier schon genannte Max H. Posten auf Ihren Facebook-Accounds gewaltverherrlichende Videos und fordern Ihre Follower ganz offen „zum nachmachen auf!

Die handelnden Personen der Vitos und des Ministeriums sehen darin keine Verfehlung. Herr H. darf seine Gewaltfantasien auf der Eingangsstation der Vitos ganz offen weiter ausleben!

Was wenn sich die Rechtslage ändert? Was wenn irgendwann der wissenschaftliche Anstrich, den sich die Psychiatrie gegeben hat ab ist?

Vielleicht wird in 70 Jahren4 –  also 2088 – wieder eine Ausstellung an einige dieser menschlichen Schicksale erinnern, sowie an die unseriösen, verhängnisvollen Gutachten und die entsprechenden Gerichtsbeschlüsse nebst darauf folgende jahrelange Zwangs-Klinikaufenthalte im Maßregelvollzug. Und die späteren Psychiater werden sich vielleicht dann auch wieder entschuldigen.

Quelle: https://www.erepro.de/2018/04/17/die-vergessenen/

Die Trauer und die Gedenksteine auf den Vitos Arealen sind absolut nichts wert. Heucheln Lügen, verheimlichen, vertuschen und einfach so weitermachen wie bisher ist die Defise in diesem Psychiatrie- Monster-Konzern.

Liebe Frau Eusterschulte, sie wurden bereits von Gerichten als Gutachterin ausgetauscht und haben schon die leichte Brise des Gegenwindes zu spüren bekommen, mein Wunsch ist, dass sich die Briese zum Orkan entwickelt, und sie sich nicht mehr aus der Verantwortung stehlen können wie ihre Vorgänger und Vorvorgänger. Machen Sie sich auf unruhige Zeiten gefasst.

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