Forensik Haina. Schlimmer geht es nicht!

 

 

Das Landgericht Darmstadt hat in einer Klinik in Haina Akten beschlagnahmen lassen - ein Vorgang, der nun Thema im Hessischen Landtag war. Archivfoto: Guido Schiek

http://www.echo-online.de/politik/hessen/konflikt-zwischen-landgericht-darmstadt-und-klinik-in-haina-beschaeftigt-den-hessischen-landtag_17670942.htm

Minister findet politische Worte für die Durchsuchung in der VITOS Klinik. „Ganz so war es nicht …“

Lieber Herr Minister, mit Verlaub, Sie haben ja keine Ahnung! Es war das schlimmste was in den vielen Jahren passiert ist. Endlich traute sich mal ein Richter gegen den selbsternannten Primus inter pares (lateinisch für „Erster unter Gleichen“) der Forensik, den „Weltforensiker“ Müller Isberner vorzugehen. Er, der aufgrund seiner natürlichen Autorität weltweit Anerkannte, der niemals Fehler macht kann natürlich auch nicht dulden, dass ein kleines Richterlein von einem Landgericht am Rande Hessen ihm derart ans Bein pinkelt. Lieber Herr Richter ich befürchte, auch nach den Aussagen von Minister Grüttner, damit haben Sie sich keine Freunde gemacht. Vielleicht bei den Forensik-Insassen, aber was helfen Ihnen denn ein paar „Irre“, wenn Sie die geballte Forensik-Lobby jetzt gegen sich haben?

Bitte tun Sie mir einen Gefallen: Schauen Sie abends vor dem Zubettgehen nochmal kurz unters Bett, überprüfen Sie vor jeder Autofahrt unbedingt den festen Sitz Ihrer Radmuttern, essen und trinken Sie nur noch zuhause und sorgen Sie für eine anonyme Identität für Ihre Familie.

Ihr Forensikwhistle

Durchsuchung in der Vitos Klink Haina

Das hätte sich Dr. Rüdiger Müller Isberner so nicht träumen lassen. Bei der Vitosklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im nordhessischen Haina sprach am Freitag die Polizei vor. Die Beamten begehrten die Herausgabe einer Krankenakte. Sie verwiesen auf einen gerichtlichen Durchsuchungsbeschluss. Echo online http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/gericht-schickt-polizei-in-klinik_17640605.htm

An so etwas kann sich keiner der Insassen hier erinnern. Das die Staatsanwaltschaft mit Polizeikräften die Krankenakte eines Insassen aus der Klinik holt ist ein unglaublicher Vorgang. Ein Akt von Majestätsbeleidigung. Der Darmstädter Richter hat Dr. Müller Isberner die Beine weggehauen. So etwas wäre ihm mit den Gerichten in Marburg und Gießen nie passiert.

Eine schallende Ohrfeige auch für die so vertrauensvoll mit Müller Isberner zusammenarbeitende Strafvollstreckungskammer Marburg. Vielleicht wird man hier jetzt hellhörig. Zeit wäre es. Richter die mit einer Maßregelklinik vertrauensvoll zusammenarbeiten ist das letzte was wir in einem Rechtsstaat wollen. Misstrauen und Kontrolle wäre eine Basis für Zusammenarbeit mit der Vitos.

Frau Eusterschulte die designierte Nachfolgerin wurde vom Darmstädter Richter aufs schwerste beschädigt. Hoffentlich erholt Sie sich von dieser krassen Ohrfeige nicht mehr und tritt den neuen Job erst gar nicht an.

Aus dieser Entscheidung sprach bereits ein gehöriges Maß an Misstrauen gegenüber der Psychiatrie in Haina. Denn deren stellvertretende Ärztliche Direktorin Beate Eusterschulte hatte im Prozess schon ein Gutachten vorgelegt. Darin hatte sie dem Gericht nahegelegt, die Angeklagte weiterhin in der forensischen Psychiatrie zu lassen: Sie stelle wegen paranoider Schizophrenie nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Menschen eine Gefahr dar. Taten wie die Brandstiftung könnten sich wiederholen.

Scharfe Kritik an dem Gutachten und an der Klinik in Haina übte der Verteidiger der 35-Jährigen, David Schneider-Addae-Mensah. Die dortige Psychiatrie sei „daran interessiert, ihre Betten zu füllen“, sagte der Rechtsanwalt, der bereits mehrere Verfahren gegen die Vitosklinik geführt hat. Seine Mandantin fühle sich in Haina extrem unwohl und wolle die Klinik so schnell wie möglich verlassen. Einer Behandlung im Elisabethenstift in Darmstadt stehe sie dagegen offen gegenüber.

… müssen sich die Psychiater fragen lassen, ob sie ihrer ärztlichen Verantwortung gerecht werden, im Interesse der kranken Menschen zu handeln. Die Sturheit mit der Krankenakte hat der Patientin die Belastung mehrerer unnötiger Fahrten quer durch Hessen eingebracht. Das Gericht müht sich erkennbar um eine Lösung, die für die 35-Jährige noch einmal Hoffnung bringt. Die Beschlagnahme wird es hoffentlich ermöglichen, den Prozess endlich zum Abschluss zu bringen. http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/gericht-schickt-polizei-in-klinik_17640605.htm

Die Krankenakte wird auf Biegen und Brechen verteidigt. Niemand aus dem Maßregelvollzug erhält freiwillig Einblick. Verdunkelung ist wohl der korrekte Straftatbestand mit dem man dieses Verhalten der Vitosklink beschreiben muss.

Ein kleiner Silberstreif am Horizont. Vielleicht ein Anfang. Aber auf jeden Fall etwas Hoffnung für die Forensik Insassen! Wenn es so weitergeht würde mich nicht wundern wenn bei Dr. Rüdiger Müller Isberner bald mal die Staatsanwaltschaft klingelt. Grund genug gäbe es!

Dr. Müller-Isberner teuflischer Forensik-Irrenarzt?

Ich habe mich immer wieder gefragt, warum Menschen mit derart geringen Anlasstaten so lange im Maßregelvollzug eingesperrt werden? Die Antwort auf diese Frage habe ich erst nach vielen, vielen Jahren und Bekanntschaft mit dem System bekommen. Die Patienten im Maßregelvollzug dienen einem System. Eine Maßregelvollzugsklinik ohne Patienten ist genauso sinnlos wie ein Kinderheim ohne Kinder oder ein Gefängnis ohne Häftlinge. Hat unser Staat erst einmal die Infrastruktur geschaffen, so sorgen die Staatsdiener und Ihre Helfer für den wirtschaftlichen Betrieb.

Dr. Rüdiger Müller Isberner, Dr. Thomas Wolf, alle Richter und Staatsanwälte wissen natürlich ganz genau welches Unrecht sie hier den Menschen antun. Jedoch wäre eine forensische Klinik ohne Patienten für den Staat noch viel schlimmer. Das Aufsichtsführende Ministerium trägt ebenfalls sein Scherflein bei und steht zu 100 % hinter Müller Isberner und Konsorten.

Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen. Die bei dem Irrtum verharren, das sind die Narren. (Friedrich Rückert deutscher Schriftsteller 1788 – 1866)

Wenn psychiatrischer Gutachter, Richter und Staatsanwalt wider besseren Wissens das Recht derart phantasievoll interpretieren Muss man von einem Komplott sprechen. Einem Komplott von Justiz und Politik gegen genau die Menschen die sie eigentlich schützen müssten.

Überall in Deutschland werden neue psychiatrische Kliniken gebaut, Kliniken die eigentlich keiner braucht! Gebraucht würden Menschen mit Herzensbildung, Wärme und Bereitschaft eingefahrene Justizwege als Irrwege zu brandmarken und zu diese zu bekämpfen!

„Psychiatrie findet am Krankenbett statt, nicht am Schreibtisch“, mit dieser Aussage beschrieb Professor Rechlin seine Rolle und die seiner Kollegen sowie der Pflegekräfte. Doch bis zu dieser Erkenntnis sind im Abendland nicht nur Jahrtausende vergangen. Auch in den Jahrzehnten Psychiatrie in Heppenheim wurde oft übersehen, dass psychisch kranke Menschen geheilt und nicht weggesperrt werden wollen. Echo Online http://www.echo-online.de/lokales/bergstrasse/heppenheim/vom-wahnsinn-der-wissenschaft_16803611.htm

Irren ist menschlich, aber aus Leidenschaft im Irrtum zu verharren ist teuflisch.

Vitos Forensik Haina ist eindeutig   t e u f l i s c h !

Leichen pflastern seinen Weg

Wer den Glauben an den funktionierenden deutschen Rechtsstaat noch nicht verloren hat, muss sich angesichts der Erklärungen der Behörden zum Fall des Berliner Weihnachtsmarkt Attentäters Anis Amri nun doch ernsthaft Gedanken machen, wie weit es mit unserer Rechtsstaatlichkeit eigentlich her ist.

Justizminister Maas spricht nun das erste Mal von Fehlern die in diesem Fall gemacht wurden. Jedoch war es nicht möglich Anis Amri in Haft zu nehmen. Unsere Gesetze hätten es nicht zugelassen Amri einzusperren.

Der Bundes Justizminister hat als erklärt, die Deutschen Gesetze lassen ein einsperren von „möglichen“ Straftätern auf Verdacht nicht zu! So einleuchtend diese Auslegung unserer Gesetze auch sein mag in einem anderen Bereich des deutschen Rechts ist ein „vorsorgliches Einsperren“ gängige Praxis – im Maßregelvollzug.

Nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ verwendete Anis Amri mindestens acht Alias-Namen inklusive verändertem Geburtsdatum und Geburtsort.

 

Warum sind De Maizière, Maas und die juristische Elite der Bundesanwaltschaft nicht auf die Idee gekommen einfach einen Bereich des Deutschen Strafrechts anzuwenden, der sich komplett dem Zugriff rechtsstaatlicher Mittel entzieht. Den § 63.

Was bei ca. 11.000 nach § 63 eingesperrten zu ca. 90 % der Fall ist, nämlich die vorsorgliche Ingewahrsamnahme wegen einer erheblichen Gefährlichkeit, hätte bei Anis Amri doch ohne Probleme auch funktioniert.

Ein Kröber, Isberner, Leipziger hätte kurz eine Gefährdung konstruiert, eine psychische Störung diagnostiziert, und ihn aufgrund einer erheblichen Gefahr für die Bevölkerung in einer forensischen Psychiatrie eingesperrt.

Hier wäre Herr Amri wahrscheinlich einer der ganz wenigen wirklich Gefährlichen gewesen.

 

Wieso macht die deutsche Justiz hier so unglaubliche Unterschiede. Alle Beschwerden, Eingaben, Revisionen durch alle Instanzen bis zu Bundesverfassungsgericht werden verworfen. Die Menschen im Maßregelvollzug haben keine Möglichkeiten juristisch gegen ihre Situation vorzugehen. Der Staat nimmt ihnen die Freiheit durch juristische Spitzfindigkeiten ohne auf das Grundgesetz Rücksicht zu nehmen. Kein Vorsitzender Richter, kein Staatsanwalt hat hier Skrupel. Dem Volk gaukelt man vor, man hätte es hier mit extrem Gefährlichen Menschen zu tun.

Die Wahrheit ist, keiner der im Maßregelvollzug Untergebrachten dürfte hier eingesperrt sein, sollte unser Grundgesetz wirklich gelten. Für die Forensikpatienten ist es nicht das Papier wert auf dem es gedruckt wurde.

Niemand kann Gefährliche von Ungefährlichen unterscheiden. Kein Richter, kein Psychiater und schon gar nicht Dr. Müller-Isberner. Nur wenn man einem forensisch psychiatrischen Gutachter die Wahl lässt zwischen gefährlich und ungefährlich, dann sind alle gefährlich, denn nur so können sie dem forensisch, juristischen System zugeführt werden und man kann mit ihnen Geld verdienen.

Wenn die Psychiater und Justizbehörden also einen Gefährlichen nicht von einem Ungefährlichen unterscheiden können, wieso sperren wir dann 11.000 Menschen vorsorglich im Maßregelvollzug ein?

Die Quote der dort zu Tode kommenden ist streng geheim.

Kein Land braucht eine forensische Psychiatrie. Wer gegen Gesetze verstößt wird eingesperrt. Wenn er seine Strafe verbüßt hat kommt er wieder raus.

Dr. Rüdiger Müller Isberner- Unrechtsbewusstsein nicht vorhanden!

Mollath? Mund abputzen weitermachen,

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… die höchsten Richter beim Bundesgerichtshof (BGH) lehnten den Umzug nach Eickelborn ab – und mahnten das medizinische Personal in Warstein, sich endlich richtig um ihren Patienten zu kümmern.

… Dass Warstein für die verfahrene Situation selbst verantwortlich war und die dortigen Ärzte sich „ihr Monstrum selbst geschaffen hatten“, lernte Steenpaß, als er damals von einem Gutachten der Medizinischen Hochschule Hannover erfuhr. Die dortigen Neurologen hatten 1997 bei Müschenborn „zweifelsfrei“ einen organischen Defekt des Nervensystems erkannt. Demnach war Müschenborns Krankheit über Jahrzehnte falsch eingeschätzt worden.

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Offensichtlich werden auch in Haina diagnostizierte Krankheiten einfach von den Ärzten wie Dr. Rüdiger Müller-Isberner ignoriert, wenn Sie nicht wünschenswert für die VITOS GmbH sind. So hat Dr. Müller-Isberner einen Schädelhirntrauma Patienten gegen den ausdrücklichen Rat bekannter Hirnspezialisten mit einem Cocktail aus Neuroleptika derart abgeschossen, das ein normales Leben für ihn nicht mehr möglich ist.

Mangelnde ärztliche Fachkenntnis zieht sich durch die VITOS GmbH Niederlassungen wie ein roter Faden. Ärzte kennen die Nebenwirkungen der Medikamente nicht oder wollen Sie nicht kennen. Patienten die keine Medikamente nehmen kommen nicht wieder aus der Forensik. Dr. Müller Isberner nimmt für sich in Anspruch der allein wissende im Bereich der forensischen Psychiatrie zu sein. Patientenakten werden unter Verschluss gehalten und bis aufs Blut verteidigt. Enthalten Sie doch die belastenden Faktoren und dokumentieren die Menschenrechtsverletzung der VITOS GmbH und ihrer Ärzte wie Dr. Rüdiger Müller-Isberner, Dr. Eusterschulte, Dr. Hofstetter, Dr. Schmidtbauer.

Wann endlich machen die höchsten deutschen Richter endlich Schluss mit Folter und Misshandlung in den Kliniken der deutschen Forensik? Wann endlich kommt ein Politiker der genügend Eier hat gegen dieses Unrecht anzugehen?

Internationales Menschenrechts-Tribunal gegen Psychiater Dr. Rüdiger Müller Isberner im Bereich des möglichen?

„Das Erste das sie dir nehmen ist Deine Würde. Dann wird dir Stück für Stück deine Seele zerstört. Durch Permastress und Medikamente!“ Diese Aussage eines Häftlings in der Forensik in Haina hat sich mir ins Gedächtnis geprägt. Alles in der forensischen Psychiatrie Haina zielt darauf ab die inhaftierten Menschen zu zerstören. Verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit und mit Wissen von Justiz und Politik werden die verfassungsmäßigen Rechte des Grundgesetzes und die Menschenrechte missachtet!
Politiker und Richter verlassen sich vollkommen auf den schönen Schein der ihnen von Dr. Rüdiger Müller-Isberner präsentiert wird. Dabei wissen alle seit Sir Winston Churchill: „Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe!“
Dabei muss man nicht studiert haben um zu erkennen, dass etwas gravierend falsch läuft im Massregelvollzug. Häftlinge im Maßregelvollzug und der forensischen Psychiatrie sind Patienten. Im Gegensatz zu den Justizvollzugsanstalten gibt es keine Beiräte oder Justizvollzugsbeauftragte, die als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Es gibt öffentliche Kontrollen dieser Einrichtungen. Keine Beschwerdemöglichkeiten. Die immer wieder genannten 109 er Beschwerden werden nach meiner Erfahrung alle abgebügelt. Die Behauptung Müller Isberners, die Massregelvollzugspatienten hätten umfangreiche Beschwerdemöglichkeiten muss man als Schutzbehauptung sehen. Natürlich hat man die Möglichkeit sich zu beschweren. Jedoch hat man nie Erfolg damit.
Doch wie kann es sein, dass ganz offensichtliche Rechtsverletzungen, Misshandlungen und Folter keine Konsequenzen für die Peiniger um Dr. Müller-Isberner haben? Die „Patienten“ werden nicht therapiert, sie werden verwahrt, körperlich durch die jahrelange Medikation zugrunde gerichtet, rechtlos und wehrlos ihren Peinigern ausgeliefert. Ohne Hoffnung auf ein Ende. Das ist die zynische und unmenschliche Realität.
Meine Hoffnung ist, dass eines Tages die BRD nicht mehr anders kann als die Definition von Folter der UN anzuerkennen. Dann wäre die Stunde gekommen um alle Psychiater für ihr tun zur Rechenschaft zu ziehen und in Haftung zu nehmen. Diese Tribunale werden gewaltig sein. Dr. Rüdiger Müller Isberner müsste dann, was seine Vergehen anbelangt, auf einer Stufe mit einigen der schlimmsten Menschenrechtsverbrechern der Geschichte gesehen werden.
Vielleicht erleben wir ja noch den Tag und ich wünsche Dr. Rüdiger Müller Isberner wahrhaft keinen beschaulichen Lebensabend!

Dieser Beitrag hat sogar mich überrascht!

Kommentar eines Lesers!

Der MRV-Alptraum in Hessen geht weiter !
Tatort ist in diesem Fall die Vitos-Klinik Riedstadt. Dort sitzen 18 Patienten, deren Haftstrafen addiert eine Gesamthaftdauer von ca. 130 Jahren ergeben. Addieren wir die Zeiträume, die die Patienten dort schon untergebracht sind, kommen wir auf eine „Verweildauer“ von ca. 340 Jahren. Ja, Sie haben richtig gelesen, 340 Jahre. Das ist im Durchschnitt ein Faktor von mehr als 2,6 zu den in den Urteilen ergangenen Haftstrafen. Wohlgemerkt, es ist nur der Durchschnitt von Allen. In Ein-zelfällen kommen auch Faktoren von 5,0 und höher bei der Berechnung heraus. Zur Verdeutlichung, ein Straftäter, der zu einer 5 jährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, sitzt im Mittel unter Anwendung des Faktors 2,6 bereits seit 13 Jahren dort ein. Mit jedem Tag, der vergeht, erhöht sich der Faktor und kein Ende ist in Sicht. Doch dazu später mehr.
Da wir gerade bei der Mathematik sind, sollten wir auch gleich mal die Kosten berechnen. Der Haftplatz eines Straf-gefangenen kostet den Steuerzahler ca. 120 €/Tag. Der Platz eines im Maßregelvollzug (MRV) untergebrachten Patienten kostet ca. 400 €/Tag (Ausgabe 1|2016, S. 36). Das sind die Zahlen im Kleinen, die wir jetzt auf die 18 Patienten in der VITOS-Klinik Riedstadt anwenden wollen.
Berechnung zur „Verweildauer“
340 Jahre (18 Pat.) x 365 Tage = 124.100 Tage x 400 €/Tag =
49.640.000,00 €
Berechnung zur Gesamthaftdauer
130 Jahre (18 Pat.) x 365 Tage = 47.450 Tage x 120 €/Tag =
5.694.000,00 €
Und ? Natürlich ist es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, aufgefallen. Die kleine unerhebliche Differenz von schmalen
fast – 44.000.000,00 € – in Worten – vierundvierzigmillionen, spielen für den hessischen Haushalt nur eine untergeordnete Rolle. Ansonsten würde sich ja mal jemand dafür interessieren wie und mit welchem Erfolg die Mittel eingesetzt werden. Das ist ein um mehr als 8,7-facher Faktor der eingesetzten Mittel für Strafgefangene. Eine Gelddruckmaschine ! Und dabei reden wir hier nur von einer VITOS-Klinik, die sich auf Kosten des Steuerzahlers und dem Schicksal der leidtragenden Patienten die Tasche vollhaut.
Zur Vorbeugung gegen die gängigen polemischen Abwehr-argumente, wie „Die sind doch selber Schuld“ oder „Was ist mit den Opfern ?“, die in der Regel für Strafgefangene von kleingeistigen Leuten, die zu faul sind die Ursachen zu hinterfragen, angeführt werden, lasst euch gesagt sein: Nein, wir vergessen die Opfer nicht. Doch neue Opfer zu produzieren ist auch keine Lösung. Darüber hinaus reden wir hier von Straftätern, die durch ein Gericht für krank erklärt worden sind. Genau an dieser Stelle sollte die Fragestellung ansetzen: Möchten Sie als kranker Mensch in ihren Grund-rechten durch Maßnahmen wie Zwangsmedikation, Kontakt-sperre, o. Ä. eingeschränkt werden ? Wohl eher nicht, doch genau das ist die gängige Praxis.
Lassen Sie uns etwas genauer hinschauen, denn die Misere beginnt bereits bei den Gutachten für die Gerichte. Dabei fällt uns der spektakuläre Fall „Mollath“ und die Aussage ein, dass 50 – 60 % aller Gutachten falsch sind. So ein falsches Gutachten hat den Mann, abgesehen vom finanziellen Schaden, 7 Jahre seiner Lebenszeit gekostet und kaum nachvollziehbares Leid zugefügt. Die Gutachten sind die Basis der Einweisung, auf die die späteren Behandlungen aufbauen. Glücklich darf sich max. jeder Zweite schätzen, dass sein Gutachten u. U. die richtige Diagnose enthält. Die anderen haben die Arschkarte gezogen und kommen strafverschärfend dann noch in eine Klinik, wie z. B. Vitos-Klinik Riedstadt. in der, wie aus Fachkreisen bekannt wurde, nicht nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen
Amigo-Affäre Teil 3 | Vito Lestingi
Strafvollzug
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Von Vito Lestingi
Wir haben gedacht, dass eine Steigerung der Reaktionen aus dem hess. Maßregel-vollzug (MRV) kaum noch möglich ist. Dach weit gefehlt. Uns haben Patientenbriefe aus der VITOS-Klinik Riedstadt erreicht, die die Missstände in der dortigen und den anderen VITOS-Kliniken massiv untermauern. Zusätzlich wird unsere Theorie über das Einnahmesicherungssystem der VITOS GmbH auf menschenverachtende und niederträchtige Art und Weise bestätigt. Die Kuriosität in der Angelegenheit, die zuständigen Strafvollstreckungskammern spielen in dem System munter mit.
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behandelt wird. Ganz im Gegenteil.
Menschen, die wegen einer psychischen Problematik schon einmal in der Psychiatrie gewesen sind, leiden unter ihrer Stigmatisierung. Sie leiden unter dem Vorurteil vom gefährlichen, unberechenbaren psychisch Kranken, der nicht weiß was er tut und sagt, der nicht mehr Herr seiner Sinne, Gefühle und Gedanken ist. Die Diskriminierung begegnet ihnen überall, ist eine psychiatrische Diagnose erst einmal in die Welt gesetzt. Im Gesundheitsbericht des Bundes vom Mai 2010 steht: Vorurteile wie die Gleichsetzung von Schizophrenie mit Gefährlichkeit und Unberechenbarkeit halten sich zudem hartnäckig, werden durch undifferenzierte Medienberichte geschürt und tragen zu einer negativen Haltung bei. Vorurteile grenzen Menschen aus, bis hin zu ihrer Vereinsamung.
Immer wieder gibt es großangelegte Untersuchungen zur Kriminalität psychisch kranker Menschen, die letzte und bisher weltweit größte, durchgeführt im Jahr 2009 vom Karolinska Institut in Schweden, bestätigt, was seit Jahr und Tag in den psychiatrischen Lehrbüchern steht. Psychisch kranke Menschen sind nicht gefährlicher als die Normalbevölkerung. Einen erhöhten Kriminalitätsfaktor stellt allein der Drogenmissbrauch dar, bei Gesunden aber ebenso wie bei Kranken.
Und was schreibt nun der seit über 30 Jahren tätige hessische Forensik-Guru Dr. M.-I. in seine Gutachten ? Er schreibt: Verschiedene Studien konnten zeigen, dass psychisch kranke Personen nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus häufiger Straftaten begehen als Gesunde, die psychische Erkrankung also per se ein Risiko darstellt. …Schizophrenie ist ein auf breiter und robuster empirischer Basis etablierter Risikofaktor für Kriminalität. … Am deutlichsten erhöht ist das Risiko, ein Tötungsdelikt zu begehen. … Es lässt sich also zusammenfassen, dass das Vorliegen einer Schizophrenie das Risiko, Straftaten zu begehen, erhöht und dies umso mehr, je gewaltsamer die Delinquenz ist. Außerdem seien schizophrene Menschen antisozial, also herzlos, verantwortungslos und parasitär, und sie seien dumm; ebenso wie ihre Familien, denn antisoziales Verhalten sei erblich, auch die Verwandten von Schizophrenen seien krimineller als die Normalbevölkerung: Die erhöhten Kriminalitätsraten, das stabile antisoziale Verhalten bei Verwandten von Personen mit Schizophrenie … stützen die Hypothese, dass die mit Schizophrenie zusammenhängenden genetischen Faktoren auch eine erhöhte Anfälligkeit für antisoziales Verhalten übertragen. … Menschen, die an einer Schizophrenie erkranken, sind durch … niedrigere IQ-Werte gekennzeichnet.
Zum Schutz der Bevölkerung fordert Dr. M.-I. daher eine Gesetzesänderung zur Behandlung psychisch Kranker schon in der Allgemeinpsychiatrie, wenn sie noch nicht straffällig geworden sind: Prävention von Straftaten heißt allerdings regelhaft, dass diese Patienten im Vorfeld, während sie noch in der Zuständigkeit der Allgemein- und Gemeindepsychiatrie sind, eine intensive, auch kriminal-präventive Behandlung erfahren müssen. …
Amigo-Affäre Teil 3 | Vito Lestingi
Strafvollzug
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Allerdings wird es erweiterter rechtlicher Möglichkeiten bedürfen, behandlungsuneinsichtige Schizophrene mit hohem Gewalttäterrisiko ambulanten Zwangsmaßnahmen zuzuführen.
Die Untersuchungen, auf die sich Dr. M.-I. beruft, wurden vornehmlich von Frau Prof. H. durchgeführt. Mit ihr zusammen hat er Artikel zur Gefährlichkeit psychisch kranker Menschen veröffentlicht und er wohnt mit ihr im gleichen Haus. Nun kann Frau Prof. H. forschen, wozu immer sie will und Geldgeber findet, die Forschung ist nach Artikel 5 Absatz 3 Grundgesetz frei.
So hat kürzlich eine britische Studie erforscht, dass Menschen, die auf der linken Seite des Bettes schlafen glücklicher aufwachen, mehr Freunde haben und ihre Arbeit mehr mögen als Rechtsschläfer. Der Auftraggeber war ein Bettenhersteller. Deshalb kann es aber im MRV nicht zur Bewährungsauflage werden, des nachts auf der linken Seite des Bettes schlafen zu müssen, weil von zufriedeneren Men-schen weniger Aggressionen ausgehen. Der MRV ist an den derzeit gültigen wissenschaftlichen Standard gebunden und der wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert. In die von ihr zusammengestellten Kriterien zur Diagnose einer Schizophrenie sind wieder und wieder geprüfte Untersuchungen eingegangen. Weder antisoziales Verhalten, noch Minderbegabung, noch eine erhöhte Gewalt-bereitschaft sind von der WHO definierte Kriterien einer Schizophrenie.
Nun stellt sich die Frage, wie ein Gutachter, der einem Vorurteil so leidenschaftlich anhängt, dass er sogar gesell-schaftspolitische Konsequenzen einfordert, wie ein solcher Gutachter objektiv begutachten soll ?
Ein Merkmal der Objektivität ist doch gerade die Vorurteilsfreiheit. Es stellt sich die Frage, wie Menschen behandelt werden, die man per se für gefährlich, minderbe-gabt und asozial hält ? Wie gehen Richter mit Gutachten um, in denen dieses Vorurteil verbreitet wird ?
Der seit über 30 Jahren mit dem MRV befasste Vorsitzende Richter einer hessischen Strafvollstreckungskammer Dr. W. ist im Deutschen Bundestag zur Reform des Gesetzes über die Führungsaufsicht angehört worden. Im Protokoll ist seine Aussage nachzulesen: Wer als Therapeut kommt und meint, er wäre nur der Heiler und nur der Arzt, der hat in dem Job nichts verloren. Das ist klare Überwachung. Bei den 63iger-Leuten hantieren wir mit Sprengstoff. Auf einer Fachtagung zum MRV im Saarland verweist er wieder und wieder auf die forensische Klinik des Dr. M.-I.. Der MRV sei wissenschaftlicher geworden, man müsse sich auf der Internetseite der Klinik einmal die Zahl der Publikationen anschauen, das würde einen schier erschlagen. Der MRV sei internationaler geworden. Zusammen mit Dr. M.-I. ist er auf Tagungen gewesen, z.B. in Vancouver oder Stockholm. Der MRV sei weniger invasiv (eindringend). Er denkt mit Schrecken an die Zeiten, in denen Patienten: … ich sag mal flapsig, mit Haldol vollgeknallt waren und mit all diesen schrecklichen Nebenwirkungen vor einem
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saßen. Sicherer sei der MRV geworden. In der Klinik habe man eine Rückholquote von Patienten aus der Bewährung von 17 %, aber von denen hat praktisch keiner eine Straftat begangen, wenn wir ihn zurückholen, sondern wir erwischen ihn sozusagen rechtzeitig durch eine Ambulanz. Zur Professionalisierung im MRV sagt der Richter: Ich habe das Glück, dass ich mit der Klinik … zusammenarbeiten darf, und da ist die Professionalisierung sicher sehr hoch. Sie ist so hoch, dass der Richter aus Gutachten der Klinik gar nicht mehr zitiert oder abschreibt, sondern sie direkt in seine Beschlüsse hinein kopiert.
Dr. M.-I. und Dr. W. haben 25 Jahre lang den MRV in Hessen geprägt. 2001 ist eine Klinik in Eltville dazu gekommen, 2011 in Riedstadt. Alle Entlassenen werden von sieben im Land verteilten Ambulanzen überwacht. Die Bevölkerung in Hessen ist gut geschützt vor den gefährlichen und unberechenbaren Schizophrenen. In ein selbstbestimmtes Leben kommt kaum einer zurück.
Das sind Thesen, Haltungen und Vorurteile, die jeden verfassungstreuen Bürger unweigerlich zu Vergleichen mit Menschenrechtsverletzungen und Grausamkeiten, aus der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte anregen. Frei nach dem Motto: „Der Kranke ist vogelfrei und minderwertig“.
Was dem Fass aber den Boden ausschlägt, ist die Perfek-tion, mit der dieses perfide System aufgebaut und nur schwer angreifbar gemacht wurde. Einen Richter haben wir bereits erwähnt, doch der ist kein Einzelfall. Denn auch in den anderen Strafvollstreckungskammern sitzen Richter, die in Ihren Urteilen gegenüber MRV-Patienten jegliche Klagen gegen die VITOS-Kliniken oder deren Personal abbügeln. Im Zusammenhang damit, ist ein kleines Puzzelteil von größter Bedeutung, der HCR-20 (Historical-Clinical-Risk).
Ein Test der ausschließlich zur Vorhersage von Gewalt-delikten entwickelt wurde und zwar ausschließlich für den Personenkreis psychisch kranker Menschen. Ist die psychiatrische Diagnose falsch, was häufig der Fall ist, ist der HCR-20 nicht mehr anwendbar. Der HCR-20 ist als Checkliste ohne Cut-off-Wert konzipiert worden, das heißt, es gibt keinen Punktwert ab dem eine hohe Gefährlichkeit des Untersuchten prognostiziert werden kann. In all seiner Herrlichkeit fügt der Forensik-Guru aber einen Solchen ein und legt damit fest, wer raus darf und wer nicht. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass die VITOS-Haina, über ihr „Institut für forensische Psychatrie e.V.“ mit dem Vertrieb des HCR-20 und dazugehörenden Schulungen richtig Kohle verdient.
Aus Fachkreisen haben wird erfahren, dass der HCR-20 auch zur Vorhersage von Brandstiftungen angewandt wird, obwohl Dr. M.-I. in seiner eigenen Untersuchung an Untergebrachten feststellt: Brandstiftungen werden nicht vorhergesagt ! Selbstverständlich können Brandstiftungen mit einem Prognoseinstrument für offene Gewalt nicht vorhergesagt werden, denn diesem Delikt liegen in der Regel andere Motive und Ursachen zu Grunde.
Da könnte man ja ebenso den Wert von Diamanten in Litern messen. An dieser Stelle erstmal genug zum HCR-20. Wir werden in einer unserer nächsten Ausgaben versuchen eine Fachfrau oder Fachmann zu einem Interview über das Thema einzuladen.
Wie eingangs bereits erwähnt, glaubten wir nicht, dass eine Steigerung noch möglich sei. Doch kurz vor Redak-tionsschluss erreichten uns weitere Mitteilungen, die wir in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit, nicht mehr ausreichend verifizieren oder recherchieren konnten. Unter den Zuschriften ein absoluter Skandal über einen jungen Mann, der in jahrelanger Kleinarbeit von den üblichen Beteiligten, vom Täter zum dauergeschädigten Psycho-Opfer gemacht wurde. Wir werden versuchen mehr über sein Schicksal und aktuellen Lebensumstände zu erfahren.
Wer jetzt glaubt, dass es nur im MRV in Hessen so zugeht, liegt völlig falsch. Auch aus anderen Bundesländern haben uns ähnliche Berichte erreicht. Nur in Hessen scheint uns die Häufung solcher Fälle besonders hoch zu sein. Wir vermuten, dass das mit dem Umstand zusammenhängen könnte, dass die hoheitliche Fürsorge- und Behandlungspflicht ins scheinbar freie Ermessen der auf Gewinnmaximierung orientierten VITOS GmbH und ihrer Erfüllungsgehilfen (VITOS …..gGmbHs) gestellt wurde. Ein unhaltbarer Zustand ! ■